Kurz gesagt

  • Minijob-Grenze 2026: 603 € im Monat (Mindestlohn 13,90 €).
  • Ab 1. Januar 2027: 633 € im Monat (Mindestlohn 14,60 €).
  • Beim Mindestlohn sind das 2026 höchstens rund 43 Stunden im Monat.
  • Im Minijob müssen Beginn, Ende und Dauer jedes Arbeitstags aufgeschrieben werden - außer im Privathaushalt.
  • Spätestens nach 7 Tagen aufschreiben, 2 Jahre aufheben.

Die Minijob-Grenze 2026 und 2027

Die Minijob-Grenze ist keine feste Zahl mehr. Sie wird aus dem Mindestlohn gerechnet: Mindestlohn mal 130, geteilt durch 3, aufgerundet auf volle Euro. Das entspricht zehn Stunden pro Woche zum Mindestlohn.

So entsteht die Grenze
JahrMindestlohnRechnungGrenze im Monat
202613,90 €13,90 × 130 ÷ 3 = 602,33603 €
ab 202714,60 €14,60 × 130 ÷ 3 = 632,67633 €

Der Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 € pro Stunde und steigt am 1. Januar 2027 auf 14,60 €. Steigt der Mindestlohn, steigt die Grenze automatisch mit.

Wie viele Stunden kannst du im Minijob arbeiten?

Die Stunden hängen von deinem Stundenlohn ab: Grenze geteilt durch Stundenlohn. Die Tabelle zeigt, wie viele Stunden im Monat höchstens drin sind, ohne die Grenze zu überschreiten.

Höchstens Stunden im Monat (abgerundet)
Dein Stundenlohn2026 (603 €)2027 (633 €)
13,90 €43,38 Std.- (unter Mindestlohn)
14,60 €41,30 Std.43,35 Std.
15,00 €40,20 Std.42,20 Std.
16,00 €37,68 Std.39,56 Std.
18,00 €33,50 Std.35,16 Std.
20,00 €30,15 Std.31,65 Std.

Beispiel: Bei 13,90 € sind 603 € ÷ 13,90 € = 43,38 Std. im Monat, also rund 43 Stunden und 22 Minuten. Die Stunden stehen hier als Dezimalzahl - wie du sie in Stunden und Minuten umrechnest, zeigt der Industriestunden-Rechner.

Lohn prüfen Liegt dein Stundenlohn ab Januar 2027 noch bei 13,90 €, ist er unter dem neuen Mindestlohn von 14,60 €. Sprich das bei deinem Betrieb an. Für manche Gruppen, etwa Azubis, gelten eigene Regeln.

Ist ein Stundenzettel im Minijob Pflicht?

Ja. Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit von Minijobbern aufzeichnen - ausgenommen sind Minijobs in Privathaushalten. Das steht in § 17 des Mindestlohngesetzes. Aufgeschrieben werden müssen:

Die Zeiten müssen spätestens bis zum Ende des siebten Kalendertages nach dem Arbeitstag notiert sein und mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden. Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben - Papier, Tabelle oder App sind erlaubt. Wie du jede Zeile richtig ausfüllst, steht unter Stundenzettel richtig ausfüllen.

Minijob im Privathaushalt Putzt du zum Beispiel bei einer Familie zu Hause, gilt der Mindestlohn trotzdem - nur die Aufzeichnungspflicht nach dem Mindestlohngesetz nicht. Mitschreiben lohnt sich für dich aber auch dort.

Wer füllt aus - du oder der Chef?

Verantwortlich ist der Arbeitgeber. Er darf das Aufschreiben an dich weitergeben, muss aber dafür sorgen, dass die Zeiten stimmen und rechtzeitig vorliegen, und er bewahrt sie auf. Wer das Bußgeld von bis zu 30.000 € riskiert, wenn Zeiten fehlen, ist ebenfalls der Arbeitgeber.

Auch wenn dein Betrieb selbst aufschreibt: Führ deine eigenen Zeiten mit. Gerade im Minijob, wo jede Stunde über die Grenze entscheiden kann, hast du dann einen Nachweis.

Urlaub, Krank und Feiertag im Minijob

Minijobber haben dieselben Rechte wie andere Beschäftigte, auch bezahlten Urlaub und Lohn bei Krankheit. Auf dem Stundenzettel stehen diese Tage deshalb nicht leer, sondern mit einem Buchstaben: U für Urlaub, K für Krank, F für Feiertag. Ob an diesen Tagen zusätzlich Stunden stehen, regelt dein Betrieb.

Wenn es knapp wird

Ob ein Job ein Minijob ist, wird vorausschauend beurteilt. Bei schwankendem Lohn zählt der Durchschnitt: 2026 sind das höchstens 12 × 603 € = 7.236 € im Jahr. Ein einzelner Monat etwas über 603 € ist also nicht automatisch das Ende des Minijobs. Liegt der Verdienst aber regelmäßig darüber, ist es in der Regel kein Minijob mehr.

Die genauen Regeln - etwa wann ein unvorhergesehenes Überschreiten erlaubt ist - erklärt die Minijob-Zentrale. Wenn du merkst, dass es knapp wird, sprich früh mit deinem Betrieb.

Trinkgeld und Spesen

Trinkgeld von Kunden und steuerfreie Spesen gehören in der Regel nicht zum Arbeitslohn, der für die Minijob-Grenze zählt. Ob eine Zahlung dazu gehört, hängt vom Einzelfall ab - im Zweifel fragst du bei deinem Betrieb oder der Minijob-Zentrale nach. In der App Stundenzettl werden Trinkgeld und Spesen getrennt geführt und nie zum Verdienst im Tacho gezählt.

Stundenzettel-Vorlage für Minijobber

Für den Minijob reicht ein Monatszettel mit Datum, Beginn, Ende, Pause und Stunden. Die Minijob-Zentrale bietet selbst einen einfachen Vordruck an. Eine Monatsvorlage mit Platz für Einsatzort, Bemerkung und Unterschrift findest du auf der Seite Stundenzettel Vorlage zum Ausdrucken - kostenlos und ohne Anmeldung.

Quellen

Häufige Fragen

Ist ein Stundenzettel im Minijob Pflicht?

Ja. Der Arbeitgeber muss Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit von Minijobbern aufschreiben. Ausgenommen sind Minijobs in Privathaushalten.

Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026 und 2027?

2026 liegt sie bei 603 € im Monat, ab dem 1. Januar 2027 bei 633 €. Sie wird aus dem Mindestlohn gerechnet: Mindestlohn mal 130, geteilt durch 3, aufgerundet.

Wie viele Stunden darf ich im Minijob 2026 arbeiten?

Das hängt von deinem Stundenlohn ab. Beim Mindestlohn von 13,90 € sind es höchstens rund 43 Stunden im Monat, bei 15 € rund 40 Stunden, bei 18 € 33,5 Stunden.

Gilt die Aufzeichnungspflicht auch für Minijobs im Privathaushalt?

Nein, für Minijobs in Privathaushalten gilt die Aufzeichnungspflicht nach dem Mindestlohngesetz nicht. Der Mindestlohn gilt dort aber trotzdem.

Was passiert, wenn ich einmal über 603 € komme?

Bei schwankendem Lohn zählt der Durchschnitt übers Jahr, ein einzelner Monat darüber beendet den Minijob nicht automatisch. Liegst du regelmäßig darüber, ist es in der Regel kein Minijob mehr. Die genauen Regeln erklärt die Minijob-Zentrale.

Zählt Trinkgeld zur Minijob-Grenze?

Trinkgeld von Kunden gehört in der Regel nicht zum Arbeitslohn, der für die Grenze zählt. Im Zweifel frag deinen Betrieb oder die Minijob-Zentrale.